Die Leseecke

Wer viel liest muss sich nicht nur darüber Gedanken machen, wo die ganzen Bücher verstaut werden sollen, sondern auch um einen Leseplatz, denn nichts ist wichtiger, um die Literatur genießen zu können als ein gemütliches Plätzchen mit einer ansprchenden Atmosphäre.

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Bei der Leseecke kommt es natürlich ganz auf die eigenen Vorlieben an und darauf wie viel Platz man zur Verfügung hat. Hat man ein eigenes Bücherzimmer, also eine kleine Bibliothek, lässt sich bestimmt in einer Ecke eine Leseecke einrichten. Ebenso eignet sich aber auch das Wohnzimmer. Ein Sessel kann einfach als Lesesessel umfunktioniert werden. Ein sehr wichtiger Faktor ist die Beleuchtung, denn man braucht genug Licht, um Lesen zu können und die Augen nicht unnötig zu strapazieren. Andererseits sollte es keine direkte Lichtquelle sein, die einen blendet. Fontana Arta hat ein paar sehr schöne Steleuchten im Sortiment, die ideal als Leselampen benutzt werden können, wie z.B. die Yumi Stehleuchte. Einfach über den Sessel stellen und schon wird das Buch beleuchtet ohne aber direkt zu blenden. Sehr wichtig ist aber auch der Sessel an sich: Er sollte gemütlich sein, besonders beliebt sind weiterhin klassische Ohrensessel. Man sollte sich entspannt zurücklehnen können, ohne aber die Form zu verlieren – gerade sitzen sollte noch möglich sein. Ebenso bietet es sich an neben dem Sessel einen kleinen Beistelltisch zu plazieren, auf dem der Tee oder Kaffee abgestellt werden kann, den man während des Lesens trinkt, denn man sollte sich rundum wohlfühlen.

Natürlich kann man überall lesen: In der Bahn, am Strand, im Wartezimmer beim Arzt – doch nirgends ist das Lesevergnügen so angenehm, wie in seiner eigenen Leseecke, die eigens nach den eigenen Bedürfnissen ausgerichtet wurde.

Literaturschätze richtig aufbewahren

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Jeder, der gerne und viel liest, sieht sich irgendwann mit einem kleinen, aber absolut nicht zu unterschätzenden Problem konfrontiert: Letztendlich müssen Bücher ja aufbewahrt werden und je mehr man liest, desto schneller werden die üblichen Plätze überfüllt sein. Oftmals werden Bücher dann recht lieblos in Kartons verfrachtet und müssen von nun an auf dem Dachboden oder im Keller ihr Dasein fristen. Manche Freunde des geschriebenen Wortes spenden ihre überschüssigen Bücher an Büchereien oder verkaufen ihre bereits gelesenen Werke weiter, doch nicht jeder kann sich nach einmaligem Lesen von einem Buch trennen. Doch glücklicherweise gibt es sinnvolle Lagerungsmethoden.

Sinnvolles Lagern von Büchern

Grundsätzlich spricht erstmal nichts dagegen, die überschüssigen Bücher zunächst in einem Karton aufzubewahren und ihn in einer Abstellkammer oder auf dem Dachboden zu lagern. Allerdings ist im Normalfall davon abzuraten, so einen Karton im Keller über längere Zeit, sprich Monate oder gar Jahre, abzustellen. Denn dort herrscht normalerweise eine kalte und etwas feuchte Luft, was die Bücher angreifen würde und so zu Schäden führen kann. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass alles, was auf Papier gedruckt worden ist, trocken gelagert wird. Am schönsten lagert man jedoch Bücher natürlich in extra angefertigten individuellen Bücherregalen, die extra auf die Wünsche des Käufers zurecht geschnitten werden.

Das persönliche Bücherregal

Das wunderbare an den individuellen Bücherregalen ist, dass sie auf die eigenen Bedürfnisse eingepasst werden: Breite, Höhe, Tiefe und Anzahl der Fächer können selbst bestimmt werden. So kann zum Beispiel die eigene Brockhaus-Sammlung perfekt eingefasst werden oder alle Bücher der Lieblingsautorin stehen zusammen in einem Regal. Größere Bücher können ebenso ein eigenes Fach bekommen, wie die verschiedenen Taschenbücher. Und im Normalfall kann man außerdem das Material frei wählen, aus dem das persönliche Bücherregal bestehen soll. Dadurch kann man die Farbe und das Material bequem an die sonstige Inneneinrichtung anpassen und muss sich nicht auf Kompromisse einlassen, wie es sonst oft bei Bücherregalen der Fall ist.

So ein individuelles Bücherregal ist zudem auch schnell aufgebaut und erfordert nicht einmal besondere Vorkenntnisse in Bezug auf handwerkliches Geschick. Dafür sind sie der perfekte Aufbewahrungsort für die oftmals unbezahlbaren Worte großer und kleiner Autoren und außerdem ein guter Eye-Catcher für jede Wohnung. So muss man nie wieder seine gelesen Werke in dunklen Kisten und Kartons verstecken, sondern darf sich jederzeit über seine große Sammlung freuen. Ein kleiner Tipp: Regale, die relativ tief angelegt werden, können bequem mehrere Reihen Bücher tragen und sorgen so für eine noch bessere Platznutzung.

Der Wert von Worten

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Gute Neuigkeiten: Es wird so viel geschrieben wie nie zuvor! Zumindest, wenn man der ZEIT glauben darf. Demnach machen Jugendliche aber auch mehr Fehler als je zuvor, es hapert an den grundlegendsten Kenntnissen von Rechtschreibung und Grammatik. Doch damit nicht genug: Auch das Verständnis für komplexe Texte und Inhalte ist miserabel, Tendenz nach unten.

Braucht man dieses Wissen noch?

In Zeiten, da Programmierer Millionen mit Internet-Startups verdienen und verzweifelte Germanisten keinen Fuß auf den Boden bekommen – und sich bestenfalls als billige Schreibkräfte für Online-Texte verdingen – kann man durchaus die Systemfrage stellen: Braucht man dieses Wissen noch?

Während die programmierfreudigen Nerds sich von ihren Eltern jahrelange Vorträge anhören mussten, sie sollten raus gehen, sich mit Freunden treffen und vor allem mehr lesen, anstatt immer nur vor dem Rechner zu hängen, schauen die Bücherwürmer von damals heute dumm aus der Wäsche.

Auch die Verlagsbranche muss sich umsehen: Die Aufmerksamkeitsspanne heutiger Leser reichte ja schon spätestens seit dem Siegeszug des Kabelfernsehens nicht mehr für einen Dostojewski, das Internetzeitalter mit seinen überall verfügbaren Inhalten und dem nicht enden wollenden Angebot erstklassiger Fernsehserien hat das Ganze dann in Windeseile auf Liebesromane, Krimis und Fantasy-Kitsch eingedampft.

Kulturpessimismus?

Ist die Angst vor dem Verlust von Inhalt und Substanz also reiner Kulturpessimismus, weil heute einfach keiner mehr Dichter und Denker braucht?

Wer zuletzt lacht…

An dieser Stelle ein deutliches NEIN!
Der Mensch ist ein kulturelles Wesen. Ohne Kultur ist alles Leben inhaltsleer. Ein simpler Beweis: Die regelmäßige Gentrifizierung hipper Künsterstadtteile. Selbst der reichste Mensch braucht eben Kunst und Kultur. Was sollte er sich sonst mit seinem ganzen Geld schon kaufen? Menschen wollen unterhalten werden, sie lieben es, Promi News zu lesen. Sie wollen schöne Dinge, Mode, Schmuck und natürlich Theater, Drama, Filme! Nur weil die Fahne nun schon länger etwas stramm in Richtung Kapital weht, heißt das nicht, das Werte wie

  • Reflektionsfähigkeit
  • Witz
  • Kreativität
  • und Menschlichkeit

nichts mehr zählen! Im Gegenteil: Wenn den Leuten alles um die Ohren fliegt, werden sie dankbar sein um jeden Freigeist, um jedes Stück Bildung und Kultur, das die Blase überdauert hat. Und selbst wenn es sich auch in diesen Zeiten nicht monetisieren lässt, den Kopf voll guter Gedanken zu haben, mit Ideen, die sich gegenseitig befruchten und zwischenmenschliche Begegnungen jenseits von dummem Party-Smalltalk möglich machen, spätestens dann werden Worte wieder wichtig werden und die Menschen werden sich freuen, wenn jemand gut erzählen kann. Und wer gut erzählen kann, der kann auch gut schreiben!

In diesem Sinne…

Wer also das Gefühl hat, aufgrund seiner Fähigkeiten und Interessen nicht in die heutige Zeit zu passen: Keine Panik! Der Wert der Worte bemisst sich eben nicht in Zahlen. Es ist der Inhalt, der zählt. Es gibt wohl keinen besseren Weg, ein gutes Leben zu leben, als es mit Inhalt zu füllen. Und das schafft bekanntlich kein Geld der Welt.

Denglisch?

Folker T. / pixelio.de

Immer wieder heißt es, dass das Englische im Deutschen viel zu mächtig sei, die deutsche Sprache langsam verfalle und nun neben der Kultur auch die Sprache amerikanisiert werden würde. Vielleciht gibt es mittlerweile tatsächlich mehr Lehnwörter aus dem Englischen, aber Sprachpuristen, die noch immer nicht verstanden haben, dass es keine reine Sprache gibt, dass Sprache sich mit der kulturellen Wandlung ebenso wandelt, lebt in einem geistigen Elfenbeinturm und sollte seine Augen für die Geschichte der deutschen Sprache öffnen.

Niemand bezweifelt, dass es im Informationszeitalter tatsächlich viele Begriffe gibt, die direkt aus dem Englischen übernommen wurden, obwohl man dafür auch sehr gut hätte deutsche Begriffe verwenden können, “downloaden”. Anstatt jedoch dabei von einer Verarmung der deutschen Sprache zu sprechen, sollte man nicht stattdessen versuchen, das ganze als Chance zu sehen?

Gab es zwischen 1905-1914 noch etwas mehr als 3.7 Millionen Wörter, sind es im Zeitraum von 1995-2004 immerhin mehr als 5.3 Millionen Wörter, wobei es sich nur bei 11.000 dieser Wörter um Anglizismen handelt. Das sind zwar etwa zehnmal so viele wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aber in Relation zum Gesamtwortschatz eine erstaunlich geringe Anzahl an Wörtern.

Denglisch ist also wirklich keine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Sprache. Anstatt sich über Leute aufzuregen, die gelegentlich Anglizismen verwenden, sollte man sich einmal an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob man selber nicht vielleicht unter einem Minderwertigkeitskomplex das Englische betreffend, leidet, und den Einfluss der Sprache, die dem Deutschen übrigens sehr ähnlich ist, deswegen so vehement ablehnt.

Quelle: Kurzfassung des Sprachbericht 2013

 

 

Wörter und Unwörter

Seit geraumer Zeit finden sich im Deutschen das “Wort des Jahres” als auch das “Unwort des Jahres”. Von der Gesellschaft für deutsche Sprache gewählt, hat das Hier eine kleine Übersicht.

Wörter des Jahres

  • 1971: aufmüpfig
  • 1977: Szene
  • 1978: konspirative Wohnung
  • 1979: Holocaust
  • 1980: Rasterfahndung
  • 1981: Nullösung (wurde damals noch so geschrieben)
  • 1982: Ellenbogengesellschaft
  • 1983: Heißer Herbst
  • 1984: Umweltauto
  • 1985: Glykol
  • 1986: Tschernobyl
  • 1987: AIDS, Kondom
  • 1988: Gesundheitsreform
  • 1989: Reisefreiheit
  • 1990: Die neuen Bundesländer
  • 1991: Besserwessi
  • 1992: Politikverdrossenheit
  • 1993:Sozialabbau
  • 1994: Superwahljahr
  • 1995: Multimedia
  • 1996: Sparpaket
  • 1997: Reformstau
  • 1998: Rot-Grün
  • 1999: Millennium
  • 2000: Schwarzgeldaffäre
  • 2001: Der 11. September
  • 2002: Teuro
  • 2003: Das alte Europa
  • 2004: Hartz IV
  • 2005: Bundeskanzlerin
  • 2006: Fanmeile
  • 2007: Klimakatastrophe
  • 2008: Finanzkrise
  • 2009: Abwrackprämie
  • 2010: Wutbürger
  • 2011: Stresstest
  • 2012: Rettunsgroutine

Warum schreibe ich die alle auf? Anhand des “Wort des Jahres” kann man den Zeitgeist erkennen – und sehen, was sich in einer Sprache und einer Kultur in kollektive Gedächtnis gebrandt hat und auch jenes, das in Vergessenheit geraten ist. Wer erinnert sich denn noch an den Hintergrund zum Wort “Glykol” (1985)? “Tschernobyl” hingegen, “Wort des Jahres” 1986, dürfte den meisten Menschen ein Begriff sein.

Nun zu den Unwörtern, die seit 1994 von einer Jury im Rahmen der “Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres” gewählt wird (zuvor ebenfalls von der Gesellschaft für Deutsche Sprache). Diese Wörter bescheinigen ebenfalls den zeitgeist, sind aber negativ konnotiert.

Unwörter des Jahres

  • 1991: ausländerfrei
  • 1992: ethnische Säuberung
  • 1993: Überfremdung
  • 1994: Peanuts
  • 1995: Diätenanpassung
  • 1996: Rentnerschwemme
  • 1997: Wohlstandsmüll
  • 1998: sozialverträgliches Frühableben
  • 1999: Kollateralschaden
  • 2000: national befreite Zone
  • 2001; Gotteskrieger
  • 2002: Ich-AG
  • 2003: Tätervolk
  • 2004: Humankapital
  • 2005: Entlassungsproduktivität
  • 2006: freiwillige Ausreise
  • 2007: Herdprämie
  • 2008: notleidende Banken
  • 2009: betriebsratsverseucht
  • 2010: alternativlos
  • 2011: Döner-Morde
  • 2012: Opfer-Abo

Bemerkenswert am Unwort des Jahres ist, dass es sich meist um Begriffe handelt, die sich unverträglich mit einer Solidargemeinschaft zeigen. Tatsächlich stammen die meisten dieser Wörter von Individuen, die sich abfällig über bestimmte Sachverhalte äußern – oftmals noch nicht einmal bewusst.

Um die deutsche Sprache in Zusammenhang mit der deutschen Geschichte zu verstehen, ist es überaus ratsam, sich die Listen dieser Wörter einmal genauer anzuschauen.

 

 

Zitate zur Sprache

Ach, Deutsch. Wer es einmal lernen wollte, weiß, dass es nicht zu den leichtesten aller Sprachen gehört. Eine Ausnahme folgt auf die nächste, drei Artikel sind zu lernen, und warum heißt es eigentlich “das Mädchen”, obwohl sich bei einem Mädchen doch eindeutig um eine weibliche Person handelt?

Gleichzeitig ist Deutsch jedoch die Sprache, die philosophisch unwahrscheinlich tiefgründig ist (Martin Heideggers Begriffe aus Sein und Zeit werden in den Abhandlungen von Derrida oder Blanchot stets auch auf Deutsch verwendet, da es ansonsten zu Missverständnissen kommt) und oftmals selbsterklärend wirkt: Wer weiß, was “fern” ist, und wer weiß, was “sehen” bedeutet, dürfte sich über den Begriff “Fernseher” nicht wundern.

Die Bedeutung der deutschen Sprache ist nicht nur mir bewusst, sondern auch Menschen, die um einiges intelligenter sind als ich. Eben jene möchte ich nunmehr zu Wort kommen lassen.

Es ist ein Fluch, in einem Volk als Dichter zu leben, das seine eigene Sprache nicht kennt, nicht liebt, nicht pflegt, nicht schützt. [...] Es gibt in Europa kein andres Land, in dem man Professor, Arzt, Minister, Kult(us)minister, Akademiemitglied, Ehrendoktor, Bürgermeister und Abgeordneter werden kann, alles ohne seine eigene Sprache anständig reden und schreiben zu können.
Hermann Hesse (1877- 1962)

 

Diese Sprache, in der Luther donnerte und Heine kämpfte,
Goethe bildete und Schiller hingerissen lehrte,
die mit Schopenhauers Groll ebenso stark,
wie lind mit Kellers Helligkeit tönte, sich in Nietzsche
zur stählernen Härte und Melodie steigerte und in Kleist grausam
und hiebhaft wie das Leben des Genies sich krampfte, mit Jean Paul
die grenzenlose Phantasie und Heiterkeit der zarten Enge wie
mit Lessing die bebende Klarheit der geistigen Leidenschaft offenbarte:
diese Sprache, die heute und für immer von Dichtern und Künstlern getragen wird,
weil in der menschlichen Seele immer Erhabenheiten und Zärtlichkeiten
drängen werden, die so nur auf deutsch sich kundtun werden.
Arnold Zweig (1887 – 1968)

 

Die deutsche Sprache ist nach allgemeinem
Einverständnis eine der wichtigsten der Welt,
tief und schwer an Sinn und Geist,
in ihren Gestalten und Bildungen unendlich
frei und beweglich, in ihren Färbungen und
Beleuchtungen der innern und äußern Welt vielseitig
und mannigfaltig. Sie hat Ton, Akzent, Musik.
Sie hat einen Reichtum, den man wirklich
unerschöpflich nennen kann und den ein
Deutscher mit dem angestrengtesten Studium
eines langen Lebens nimmer umfassen mag.
Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860)

 

Deutsch – eine wunderbare Sprache, von der ich – ohne deshalb andere Sprachen herabsetzen zu wollen – behaupte, daß sie bis in die allerfeinsten Kapillaren der menschlichen Seele vorzudringen vermag. … Überlassen wir diese Sprache, die auch unsere Mutter ist, diesmal nicht wieder Deutschlands potentiellen Verderbern! … Verteidigen wir sie!
Ralph Giordano (*1923)